Michelle Goos Neckarsulm

1 Monat nach meiner Operation. Die Zeit vergeht, aber nach einem Monat bin ich noch nicht am Ziel, es folgen noch ein paar weitere... Aber bis jetzt kann ich mich nicht beschweren. Ich kann schon viel mehr, als ich vorher gedacht habe!

Wie sieht der erste Monat nach einer solchen Operation aus? Als erfahrener Experte kann ich dir das natürlich jetzt sagen!

Jeder kennt jemanden, der diese Verletzung erlitten hat, oder vielleicht hast du sie selbst erlebt, genau wie ich.
24 Jahre habe ich ohne schwere Verletzungen gemeistert (ja, ich spiele schon so lange Handball), also vertraue ich immer noch meinem Körper. Die ersten Tage nach der Operation war das natürlich etwas anderes. Ich sage das jetzt sehr hart, aber die ersten 2 Wochen waren die schlimmsten!

Ich wachte aus der Narkose auf und der Arzt sah mich schon fröhlich an. Unmittelbar nach dem Aufwachen erhielt ich die Nachricht: "Ein guter Befund Frau Goos, es gab keine weiteren Verletzungen außer dem vorderen Kreuzband! Nun, danke, ich bin SUPER glücklich damit (NICHT)! Aber ok, vom Schlimmsten ist das die bestmögliche Diagnose. Kein Meniskusschaden, keine anderen Bänder. Von nun an beginnt mein langer Weg zurück...

Zwei Stunden nach der Operation kam der Arzt vorbei, um zu sehen, wie es mir geht. Nun, eigentlich ging es mir sehr gut, ich war nur MEGA hungrig, habe aber nichts zu essen bekommen! (Ich könnte immer noch wütend werden) Ich durfte nicht essen, weil ich gerade aus der Narkose aufgewacht bin, das bedeutete: Abends ein Käsesandwich und erst am nächsten Tag wieder "normal" essen. Das bedeutete auch: den ganzen Tag HUNGER (darf ich eigentlich nicht vor meiner Mutter sagen, weil wir den Hunger nicht kennen, aber ich war wirklich mega hungrig!!!) Aber zurück zum Punkt. Der Arzt kam auch, um mir zu sagen, ich sollte mein Bein anheben und aufstehen. Ja, du hast es richtig gelesen; steh auf! Gehen war nicht erlaubt, nur mit Krücken. Aber direkt nach der Operation zu stehen sei gut und wichtig, sagte der Arzt, also tat ich es. Und das ging gut und war genau das Richtige!

Ich musste 2 Tage im Krankenhaus bleiben (das ist in Deutschland normal, in den Niederlanden ist es nur ein Tag, leider nicht in Deutschland). In diesen zwei Tagen bekam ich sofort Physiotherapie und sehr viel Informationen und Erklärungen darüber, was in den nächsten Wochen/Monaten passieren wird.

Am dritten Tag nach meiner Operation wurde mir eine Art Fahrrad nach Hause geschickt. Ich musste darauf 3mal am Tag für 15 Minuten trainieren. Und das dauerte die ersten 2 Male, um sich daran zu gewöhnen und sehr verrückt, aber danach ging ich wie ein Stock! Ich habe in der ersten Woche einige Kilometer zurückgelegt, zu Hause, auf der Couch!



6 Tage nach der Operation bin ich gelaufen! Jaaaaaa! Ich bin gelaufen! 20 Minuten lang, 7 km/h. Ha! Hätte nie gedacht, dass das möglich ist! Ich bin mit 20% Körpergewicht auf meinen Beinen gelaufen, in einer Anti-Schwerkraft-Maschine! Ja, das gibt es! Ich fühlte mich wie ein wandelnder Muffin, aber das ist mir egal, ich kann laufen! Seitdem mache ich das 3mal pro Woche. Ich bin jetzt bei 4,5 Wochen und ich laufe bei 9km/h 40 Minuten mit 45% meines Körpergewichts. Besser als nichts richtig?



Nach 10 Tagen konnte ich ohne Krücken laufen, nach 2 Wochen konnte ich Fahrradfahren und nach 3 Wochen war ich auf dem Crosstrainer. Jedes Mal, wenn ich etwas Neues tun kann, fühlt es sich wie ein Sieg an! Und in den letzten 4 Wochen habe ich sehr viele Siege gefeiert! Das hilft enorm! Das Schwierigste für mich ist im Moment, während des Trainings und vor allem bei Wettkämpfen nur am Rand zu sitzen. Ich will auf das Spielfeld, den Ball aufheben, weglaufen, einen Sprungwurf machen und ihn ins Tor werfen! Aber das wird leider noch einige Zeit dauern. Ich kann mich nicht beschweren, ich kann schon wirklich viel tun. Ich weiß, dass ich mich nicht mit anderen vergleichen kann und sollte, aber ich tue es und ich denke, wir alle tun das.

Michelle Goos

Ich betrachte es jetzt wöchentlich und habe jede Woche ein neues Ziel, und bisher habe ich alle meine Ziele oder sogar mehr erreicht! Mein letztes Ziel ist es, die Rückrunde noch einmal zu spielen! Das ist in 5 1/2 Monaten! Ja, das mag schnell sein, aber nichts ist unmöglich und ich vertraue mir selbst und vor allem meinem Körper!
Für jeden, der das Gleiche erlebt oder erlebt hat; was für mich super gut funktioniert und hilft, ist, dass ich ein Team um mich herum aufgebaut habe. Ein Team bestehend aus Menschen, die alle ihre eigenen Erfahrungen haben, aber alle das gleiche Ziel haben: mich so schnell wie möglich und stärker denn je, fit zu machen!

Ich bin diesem Team bereits sehr dankbar!

- Andreas Dewald
- Sven Schneider
- Remon Stompe
- Patrik Vogl
- Tom Grootendorst

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